Zu den heiligen drei Mauren
„Die Kapelle in Hostel ist eines meiner beliebtesten Gotteshäuser im ganzen Bistum Aachen."
— Weihbischof Karl Reger (1930–2024)
Die Kapelle „Zu den heiligen drei Mauren und dem heiligen Hubertus" steht in der Mitte von Hostel, an der Kreuzung von Gölertzstraße und Kreuzgasse, auf einer leicht erhöhten Stelle. Gebaut wurde sie im Charakter einer kleinen Pfarrkirche.
Rund um die Kapelle lag bis 1920 der alte Friedhof des Dorfes. Einzelne Grabsteine aus Rotsandstein stehen bis heute dort – mehr dazu auf der Seite zum Friedhof.

Der Name bezieht sich auf drei Schwarze, drei Mauren – vermutlich Könige oder Märtyrer aus Nordafrika. Geweiht ist die Kapelle den Märtyrern der Thebaischen Legion, einer Legion des römischen Heeres, und dem heiligen Hubertus von Lüttich als Schutzpatron.
An mehreren Stellen, auch auf der früheren Website des Dorfes, ist von „Mohren" die Rede. Diese Bezeichnung ist falsch – die Dorfchronik stellt das ausdrücklich richtig.
Der Westturm entsteht – im Grundriss rechteckig, dreigeschossig, spätromanisch.
Der spätgotische Chor, 4,75 Meter breit und 5,40 Meter lang. Am 23. August 1492 weiht Bischof Johannes von Cyrene den Altar. Das ist der älteste urkundliche Nachweis der Kapelle.
Zwischen Turm und Chor entsteht der barocke Saalbau, 8,60 Meter breit und 7,70 Meter lang. Dazu kommen eine Sakristei und die Schieferpyramide auf dem Turm.
Um den Umbau von 1696 zu bezahlen, liehen sich die Bewohner von Hostel bei den Karmelitinnen in Münstereifel 100 Reichstaler.
In dieser Reihenfolge steckt ein Widerspruch, den die Chronik selbst benennt: Der Turm ist älter als der früheste Nachweis des Altars. Eine Kapelle muss also schon vor dem Turm bestanden haben – vor dem Jahr 1200.
Bei Instandsetzungsarbeiten von 1984 bis 1986 kamen an den Wänden und im Kreuzrippengewölbe mittelalterliche Malereien zum Vorschein. 1985 besuchte die Vereinigung der Denkmalpfleger die Kapelle und zeigte sich von den Fresken beeindruckt. Von 2005 bis 2009 restaurierten Studierende der Fachhochschule Köln die Malereien weiter.
2006 erhielt die Kapelle den Rheinischen Denkmalpreis, verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro. Die Auszeichnung hängt heute rechts im Eingangsbereich.


Bei denselben Arbeiten stießen die Dorfbewohner vor dem Altar auf drei Bestattungen: einen im Jahr 1780 verstorbenen Priester und zwei Bürger aus Hostel, deren Todesursachen unbekannt sind. Der Priester wurde wieder in der Kapelle beigesetzt, die beiden anderen auf dem Friedhof.
Am 1. März 1986 kam außerdem im rechten Seitenaltar eine Urkunde aus dem Jahr 1701 zum Vorschein. Darin bezeugt Michael Kuell, Abt der Kirche von Steinfeld, eine erneute Weihe von Kirche und Altar.
Wer der Priester war, ist nicht belegt. Vieles spricht aber für Werner Dahmen: Er wurde 1714 in Hostel geboren, war Priester und Kanonikus und starb 1780. Seine Gebeine kehrten 1996 nach zehn Jahren aus dem Bonner Amt für Bodendenkmalkunde nach Hostel zurück – also genau aus der Zeit der Freilegung.

Die Glocken
Ihre erste Glocke erhielt die Kapelle 1516. Gegossen hat sie der Kölner Glockengießer Jan van Alfter. Sie hat den Schlagton a und trägt eine Inschrift, frei übersetzt: „In den heiligen drei Mauren Ehre bin ich gemacht, in der Ehre Gottes läute ich." Die zweite, deutlich kleinere Glocke goss 1769 der Kölner Glockengießer Bartholomäus Gunder.

Das Paxtäfelchen
Aus dem 15. Jahrhundert stammt das Paxtäfelchen, auch Kusstafel genannt: ein Ölgemälde auf Nussbaumholz, 19,2 mal 11,3 Zentimeter groß, das Christus als Schmerzensmann zeigt. Von 1973 bis 1996 war es zur Restaurierung beim Rheinischen Amt für Denkmalpflege. Heute steht es in einer Vitrine rechts am Altar.


Das Altarbild
Seit 1872 ziert ein Gemälde der heiligen drei Mauren den Hochaltar. Sie halten Lanzen und Palmzweige in den Händen, Zeichen ihres Martyriums. Auf der Rückseite befindet sich ein zweites Bild mit einer Darstellung des Fegefeuers. Früher wurde es zur Osterzeit gezeigt, seit Langem nicht mehr.
Der Vorraum ist täglich von morgens bis abends frei zugänglich. Wenn Sie die ganze Kapelle besichtigen möchten, schreiben Sie an info@hostel-eifel.com – wir stellen den Kontakt zu einem Schlüsselträger im Dorf her.
In der Regel findet am zweiten Montag im Monat um 18 Uhr eine Messe statt. Von November bis März finden keine Messen statt. Hostel gehört zur katholischen Kirchengemeinde St. Andreas in Glehn.
Die ganze Geschichte der Kapelle – von den Stiftungen seit 1560 bis zum Kapellenverein – erzählt die Dorfchronik.
